Vorbereitung auf den Statistik-Workshop

In diesem Beitrag will ich Ihnen wichtige und nützliche Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Statistiker oder der Statistikerin an die Hand geben.

Denken Sie bitte daran, daß der Statistiker kein Mediziner ist. Das bedeutet, er versteht keine medizinischen Sachverhalte. Sie müssen ihm also sehr genau beschreiben was sie von ihm erwarten und was er genau für Sie berechnen soll.

Das setzt Einiges an Reflexion von Ihnen im Vorfeld voraus, was aber sehr hilfreich ist, um sich selbst klarer über das ganze Thema zu werden.

Formulierung der Haupt- und Nebenfragenstellung

Das Fehlen einer genauen Hauptfragestellung macht die Auswertung und Interpretation der Daten unmöglich.

Hauptfragestellung:

Falsch: „Kann die Versorgung von Diabetikern durch die HbA1c-Messung verbessert werden“?

Richtig: „Läßt sich durch eine vierteljährliche Bestimmung des HbA1c-Wertes das Auftreten von Spätkomplikationen bei insulinpflichtigen Diabetikern verhindern“?

Übersetzung der Haupt- und Nebenfragenstellung in eine Hypothese

Anschließend wird die Fragestellung in eine Hypothese übersetzt, deren Gültigkeit durch die statistische Auswertung der geplanten Studie belegt oder widerlegt werden soll.

Wahl der richtigen Studienform

1)      Beobachtung oder Experiment

2)      retrospektiv oder prospektive

3)      Längsschnitt oder Querschnitt

4)      Auswertung von Registerdatenbanken

5)      Laborexperiment

 Weitere Kriterien festlegen

Wurde die Studienreform festgelegt müssen nun folgende Kriterien festgelegt werden:

1)      Ein- und Ausschlusskriterien

2)      Fallzahlen: Die Fallzahl muss so hoch gewählt werden, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein signifikanter Unterschied zwischen den Studiengruppen auftritt

3)      Festlegung der Randomisierungsformalitäten

4)      Beschreibung der verwendeten Messverfahren

5)      Umgang mit unerwünschten Ereignissen

6)      Kriterien für den Abbruch der Studien

Datenmanagement

Aus denen Messverfahren ergeben sich die Merkmale mit Normwerten.

Beispiel: HbA1c-Wert, für den die Normwerte definiert werden müssen

Erfassung und Auswertung der Daten

Um die Daten auswerten zu können benötigen Sie einen Kodierungsplan.

Beispiel 1:

Buchstaben und Zahlen:

– w für weiblich und m für männlich

– 1 für weiblich und 0 für männlich

Beispiel 2:

Ordinale Kategorien:

1= schlecht, 2= mittel, 3= gut

Um später noch nachvollziehen zu können, was eine codierte Beobachtung bedeutet, hinterlegen sie die Codes am besten in einer gesonderten Exceltabelle.

Datenerfassung  in Excel

In die Spalten schreiben Sie die Variablen (z.B. HbA1c), in die Zeilen die Beobachtungen (HbA1c-Wert).

Bitte beachten Sie auch, dass im Umgang mit Patientendaten die Daten der Patienten (Name, Geburtsdatum) aus Datenschutzgründen nicht in der Auswertungstabelle zu sehen sein sollen.

Die Patientendaten werden durch einen Verschlüsselungscode dargestellt, der separat in einer Tabelle abgelegt wird.

So verhindern Sie, dass bei der Auswertung dritte Personen unbeabsichtigt Zugang zu sensiblen Patientendaten bekommen.

Sinnvoll ist es, sich schon vor der Erstellung der Auswertungsbögen und dem Studienbeginn Gedanken über die Auswertung zu machen.

Denn hier gilt das Motto: Nur wer weiß wonach er sucht, kann auch etwas finden.

Haben Sie bei der Vorbereitung alle diese Überlegungen berücksichtigt? Dann haben Sie alles richtig gemacht Ihre Daten effizient im Statistik-Workshop auszuwerten. Weitere Informationen und Anmeldung zum Statistik-Workshop

Quelle: IMBE, FAU Erlangen – Nürnberg: http://www.imbe.med.uni-erlangen.de/cms/seminar.html, 24.03.2013

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